Legionellen im Trinkwasser


Legionellen sind Stäbchenbakterien und natürlicher Bestandteil des Trinkwassers. Sie können das sogenannte Pontiac-Fieber sowie schwere Lungenentzündung hervorrufen. Das Bayerische Landesamt für Lebensmittelsicherheit und Gesundheit (LGL) schätzt, dass in Deutschland jährlich bis zu 100.000 Menschen an Legionellen erkranken, viele sterben daran. Deshalb wurden im November 2011 die Grenzwerte für Legionellen drastisch gesenkt. Wasserversorger, Betreiber von Trinkwassernetzen und öffentlichen Gebäuden stehen jetzt verstärkt in der Vorsorgepflicht.


Legionellen leben in Oberflächengewässern sowie im Grundwasser, oft in sehr geringen Konzentrationen von weniger als einer koloniebildenden Einheit (KBE) pro Liter. In Leitungsnetzen vermehren sich Legionellen jedoch schlagartig: Das LGL schätzt, dass das Trinkwasser in 50-70% der öffentlichen Gebäude mehr als 100 KBE/100 ml enthält und somit die neuen Grenzwerte für Legionellen überschreitet.


Besonders hohes Infektionsrisiko entsteht dann, wenn neben Legionellen auch andere Bakterien oder z.B. Amöben in hoher Konzentration in den Leitungsnetzen auftreten. Gegen Desinfektionsmaßnahmen finden Legionellen Schutz im Biofilm der Rohrleitungswände oder sie werden von Einzellern wie Amöben aufgenommen. Gelangen die Amöben mit Wassertröpfchen in die Lunge des Menschen und werden durch dessen Immunsystem zerstört, entfalten die darin in hoher Konzentration enthaltenen Legionellen ihre verheerende Wirkung und verursachen Fieber oder Lungenentzündung.


Das Wachstum von Bakterien im Trinkwasser wird vor allem durch zwei Kriterien beeinflusst: der Wassertemperatur sowie dem Nährstoffangebot in den Leitungen. Wasserversorger kontrollieren Trinkwasser zwar auf Bakterien, die auf den Kontakt mit Fäkalien hinweisen, z.B. Escherichia Coli, coliforme Keime und Enterokokken. Solche Keime dürfen in Trinkwasser keinesfalls zu finden sein. Doch Substanzen, die Krankheitserregern als ideale Nährstoffe dienen, werden nur teilweise beachtet. So darf Nitrat, ein Dünger aus der Landwirtschaft, mit bis zu 50 mg/100 ml vorhanden sein. Auch Huminstoffe, also Ausspülungen aus Humusböden, kommen im Wasser häufig vor. Hinzu kommen Schwebstoffe, die direkt aus den Quellen oder aus Aufbereitungsverfahren wie der Aufhärtung oder Sandfiltration stammen. Studien des Deutschen Vereins des Gas- und Wasserfaches e.V. (DVGW) belegen den Zusammenhang zwischen dem Eintrag von Düngemitteln und dem Keimwachstum in Leitungsnetzen.




Bildunterschrift: Durch Gülle und andere Düngemittel gelangen Nährstoffe ins Grundwasser, die das Keimwachstum stark beschleunigen.



Weiterer wesentlicher Treiber des Keimwachstums ist die Wassertemperatur in den Leitungen: ab 20°C vermehren sich Bakterien, also auch Legionellen, schlagartig. Im Leitungsnetz der Wasserversorger schwankt die Wassertemperatur abhängig von der Temperatur des eingespeisten Grundwassers sowie des Erdreichs, das die Leitungen umgibt. Aufgrund der Klimaerwärmung steigt auch die Temperatur des Erdreichs um 2-3°C im Jahresdurchschnitt. In vielen Stadtwasserversorgungen reicht das aus, um die Wassertemperatur in den Leitungen in kritische Bereiche zu heben.


Damit Trinkwasser auf dem Weg zum Verbraucher hygienisch einwandfrei bleibt, gilt es, den Eintrag von Keimen und Nährstoffen am Ort der Einspeisung ins Netz so niedrig wie möglich zu halten. Auch auf die Menge eingeschwemmter Partikel muss geachtet werden, denn Schlamm bildet eine geeignete Brutstätte für Keime.


Öffentliche Gebäude


Bei Legionellenbefall in öffentlichen Gebäuden oberhalb des Grenzwertes von 100 KBE/100 ml wird in der Regel als erste, kurzfristige Maßnahme die sogenannte thermische Sanitisierung empfohlen, also das Anheben der Leitungstemperatur im Vorlauf der Warmwasserzirkulation auf bis über 70°C. Diese Methode ist in Altbauten nur bedingt anwendbar: Das Material alter Leitungen wird durch die hohe Temperatur starken Spannungen ausgesetzt, zudem steigen die Energiekosten ebenso an wie der CO2-Ausstoß, außerdem erhitzen die meist schlecht isolierten Warmwasserrohre die parallel verlegten Kaltwasserleitungen, in denen sich die Legionellen dann ebenfalls sprunghaft vermehren.


Werden Chemikalien wie Chlor in das Leitungsnetz zugegeben, ist sorgfältig zu prüfen, ob diese an jeder Entnahmestelle ankommen, um wirken zu können. Bei ungleichmäßiger Wasserabnahme ist dies meist nicht der Fall. Die zudosierten Chemikalien und die dabei entstehenden gesundheitsgefährdenden Nebenprodukte dürfen die Grenzwerte nicht überschreiten.


Langfristig muss das gesamte Leitungssystem des Gebäudes auf Toträume untersucht und diese müssen beseitigt werden. Bei starker Verkalkung oder Korrosion des Rohrsystems sollten die Leitungen komplett erneuert werden, denn verkrustete Rohre bieten Keimen immer wieder Unterschlupf.


Ultrafiltration, die bereits bei der Entkeimung von Trinkwasser im Wasserwerk gute Dienste leistet, ist auch bei der Bekämpfung von Legionellen äußerst wirkungsvoll. Eingesetzt in die Warmwasserzirkulationsleitungen entfernen kompakte Ultrafiltrationsanlagen wie jene des Unternehmens Seccua nicht nur Legionellen und alle anderen Krankheitserreger, sondern auch Rost und Trübstoffe aus dem zirkulierten Wasser. Sie sorgen so für eine schnelle Senkung der Legionellenzahl im gesamten System. Installiert man solche Ultrafiltrationssysteme an der Übergabestelle vom öffentlichen Leitungsnetz ins Gebäude, werden nicht nur sämtliche Keime, also auch Legionellen, sondern auch Schwebstoffe am Eindringen in das Gebäude gehindert. Derartige Filter sind in der Regel leicht nachzurüsten und relativ kostengünstig.




Kompakte und kostengünstige Seccua-Filtersysteme entfernen Partikel und Legionellen rückstandslos aus dem Wasser.



Dipl. Ing. (FH) Michael Hank ist Geschäftsführer der Seccua GmbH, einem führenden Hersteller von Ultrafiltrationsanlagen zur Aufbereitung von Trink- und Brauchwasser. Der diplomierte Versorgungstechniker ist Experte in Sachen Trinkwassergesundheit und engagiert sich für die Entwicklung modernster Lösungen zur Bereitstellung von sicherem Trinkwasser.


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